GER 52 TP-52 Yacht

Die neue GER 52

Die neue Platoon wurde bei Goetz Custom Boats in Bristol, Rhode Island (USA) gebaut. Goetz hat nicht nur die Platoon-Vorgängerin gebaut, sondern wurde auch als Bauplatz für die America’s Cup Yachten von US-Segellegende Dennis Conner und verschiedener Volvo Ocean Race Teams bekannt.

Vom Baubeginn der Platoon Ende November 2007 bis zur Auslieferung Mitte April 2008 hat die Werft ca. 5.500 Mannstunden für die Fertigstellung der Hightech-Yacht aufgewendet. Die Produktion einer solchen Yacht ist Handarbeit und vergleichbar mit der Arbeit in einer Manufaktur, denn jedes Teil wird nach den Plänen des Konstruktionsbüros Judel/Vrolik speziell gefertigt.

Zur Produktionsweise: Der Rumpf und das Deck wurden aus vorimprägnierter Kohlefaser gefertigt. Diese hochfesten Fasern sind mit Harz im perfekten Mischungsverhältnis vorgetränkt, und die Rollen von denen gearbeitet wird, werden zwischen den Arbeitsgängen immer wieder in riesigen Tiefkühlern gelagert, da zu viel Wärme das Aushärten beschleunigt. Die Kohlefaser wird in und über die Bauform gelegt und anschließend in einem übergroßen Ofen gebacken. Dieser Vorgang lässt das Harz in den Fasern fließen, es wird perfekt verteilt und wenn die richtige Temperatur erreicht ist, härtet die Faser aus.

Rumpf und Deck sind eine Sandwichkonstruktion - der Kern, der zwischen der Kohlefaser liegt, ist aus Honeycomb, einem imprägniertem Papier, das wie eine Honigwabe aussieht und auch im Flugzeugbau Anwendung findet. Erst die äußere und innere Lage macht die Wabe zu einem hochfestem Rumpf oder Deck. Beim Bau der Platoon wurden unterschiedliche Wabenstärken entsprechend den Belastungen in den verschiedenen Bereichen von Deck und Rumpf verwendet. Hierbei muss ein Optimum zwischen Festigkeit und Gewicht erreicht werden.

In den besonders belasteten Bereichen der Yacht, dort wo die Kräfte des Mastes und des Kieles zusammenkommen, ist der Rumpf zum Teil sogar aus Kohlefaser-Volllaminat. Auch die Längsversteifungen, die sogenannten Stringer, sind aus 100% Carbon.

Eine Rennyacht wie Platoon ist ein Leichtgewicht, bei der alles, was nicht gemäß den Konstruktionsregeln an Bord sein muss, zugunsten der Festigkeit weggelassen wird. Komfort wird hier klein geschrieben. Dennoch, und das unterscheidet diese Yachten von Booten im America’s Cup, muss ein regelkonformes Minimum an Bord sein, wie z.B. eine funktionsfähige Toilette und ein Kocher. Bei Regatten werden diese vermeintlichen Annehmlichkeiten allerdings nicht benutzt, da sich „die Action“ ausnahmslos an Deck abspielt – außer es werden die Spinnaker gepackt.

Auch an Deck ist die Platoon eine hoch gezüchtete Rennmaschine. Der Mast, von Hall Spars gefertigt, ist speziell für Platoon optimiert und gebaut worden. Die gesamten Decksbeschläge sind extrem leicht. Speziell das Winschenpaket von Lewmar mit den Grinderpedestals (Kurbelsäulen) ist brandneu und wurde für die TP52 Saison 2008 neu entwickelt und ist lediglich auf zwei weiteren Yachten installiert. Bei diesem System handelt es sich um eine Weiterentwicklung aus dem America’s Cup.